Waschbär im Fokus

Jäger informieren sich über Biologie, Fangjagd und Verwertung

Bericht von Johannes Schlereth

Mehr als 40 Interessierte kamen am Sonntag, 6. September, auf dem Schießplatz des Jägervereins zusammen, um sich mit der Jagd auf den Waschbären auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt standen Biologie und Bestandsentwicklung der Art, Fangjagd, rechtliche Vorgaben sowie die Verwertung des Wildbrets.

Dr. med. vet. Helmut Fischer eröffnete die Veranstaltung mit einem Vortrag zur Biologie des Waschbären. Dabei ging es insbesondere um Lebensweise, Fortpflanzung und die Ausbreitung der ursprünglich aus Nordamerika stammenden Art.

Wie Waschbären in der Praxis bejagt werden können, erläuterten anschließend Arno Schlereth und Maximilian Thain. Sie stellten verschiedene Fallentypen vor und gingen auf deren Einsatzmöglichkeiten bei der Waschbärjagd ein.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen der Fangjagd und des Umgangs mit Waschbären waren Thema des Vortrags von Sepp Rauchfuss. Grundlage bildeten Auskünfte der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Bad Kissingen.

Dass sich die Beschäftigung mit dem Waschbären nicht auf seine Erlegung beschränken muss, zeigte Klaus Ruhbach. Er widmete sich der Verwertung des Wildbrets und stellte unterschiedliche Möglichkeiten der Zubereitung vor. Im Anschluss konnten die Teilnehmer selbst probieren: Angeboten wurden Würste, Frikadellen, Gulasch und herzhafte Rohwurst vom Waschbären. Die anfängliche Zurückhaltung bei manchem Besucher wich dabei schnell einer positiven Resonanz.

Hintergrund der Veranstaltung ist die zunehmende Ausbreitung des Waschbären. Mit wachsenden Beständen steigt auch der Druck auf heimische Tierarten, insbesondere auf Bodenbrüter, Amphibien und andere Arten, deren Gelege oder Nachwuchs zur Beute des anpassungsfähigen Allesfressers werden können. Gleichzeitig tritt der Waschbär immer häufiger im unmittelbaren Siedlungsbereich auf.

Die Veranstaltung sollte deshalb vor allem praktisches Wissen vermitteln und Jäger dazu befähigen, Waschbären fachgerecht zu bejagen und erlegtes Wild möglichst vollständig zu verwerten. Gerade die örtliche Jägerschaft kann damit einen Beitrag zum Umgang mit den weiter wachsenden Beständen leisten.